Speckbrett, Padel & Co: Wie du deinen Tennisarm in Münster loswirst

Speckbrett, Padel & Co: Wie du deinen Tennisarm in Münster endlich in den Griff bekommst
Ob im Südpark, an der Sentruper Höhe oder am Ostbad – wer in Münster regelmäßig zum Schläger greift, um Tennis, Padel oder das ur-münsteranerische Speckbrett zu spielen, kennt dieses fiese Gefühl: Plötzlich zieht und sticht es an der Außenseite des Ellenbogens. Anfangs schmerzt es nur bei einer intensiven Rückhand oder beim festen Zugreifen auf dem Platz. Doch schon bald nervt der Schmerz auch im Alltag – beim Tragen der Einkaufstasche über die Promenade oder sogar beim Halten der Kaffeetasse.
Häufig steckt dahinter ein sogenannter Tennisarm. Medizinisch genauer ausgedrückt: Eine laterale Ellenbogentendinopathie. Aber keine Sorge, du musst den Schläger nicht für immer an den Nagel hängen. Die moderne Sportwissenschaft zeigt, dass du das Problem aktiv und hocheffektiv lösen kannst.
Was ist ein Tennisarm? (Spoiler: Du brauchst dafür keinen Schläger)
Ein Tennisarm ist im Kern eine Reizung und Überlastung der Sehnenansätze der Unterarmstrecker am äußeren Ellenbogen (dem lateralen Epicondylus). Häufig strahlt der Schmerz in den Unterarm aus, und die Griffkraft lässt spürbar nach.
Das Spannende ist: Auch wenn der Name es vermutet lässt, spielen die wenigsten Betroffenen tatsächlich aktiv Tennis. Die Forscher Lenoir und Kollegen (2019) beschreiben in ihrer Arbeit, dass nur ein kleiner Teil der Fälle auf den Rückschlagsport zurückzuführen ist. Viel häufiger sinkt die Tissue Capacity – also die Belastbarkeit der Sehne – durch ganz normale, repetitive Alltags- oder Berufsbewegungen. Das können handwerkliche Arbeiten, stundenlanges Tippen am Laptop im Homeoffice oder feinmotorische Belastungen sein. Auch das Gewebealter sowie psychosoziale Faktoren (wie Stress) spielen eine Rolle dabei, wie sensibel die Sehne reagiert.
„Eine Sehne protestiert meistens dann, wenn die akute Belastung größer ist als ihre aktuelle Kapazität. Das Problem ist also kein akuter Gewebeschaden, sondern ein Missverhältnis zwischen Anforderung und Belastbarkeit.“
Warum strikte Schonung deiner Sehne sogar schadet
Wenn die Sehne am Ellenbogen brennt, lautet der erste Impuls oft: „Ich bewege den Arm jetzt erst mal gar nicht mehr.“ Doch bei einer echten Sehnenproblematik (Tendinopathie) ist reine Schonung meistens der falsche Weg. Ein Tennisarm ist nämlich in der Regel kein klassisches, akutes Entzündungsproblem, das durch Stillhalten weggeht, sondern eine belastungsabhängige Strukturveränderung.
Lenoir et al. (2019) betonen in ihrer Übersichtsarbeit ganz klar: Aktive Physiotherapie ist der Goldstandard bei der Erstbehandlung. Eine komplette Vermeidung von Aktivität ist für den Heilungsverlauf sogar ungünstig. Warum? Weil Sehnen mechanischen Zug brauchen, um sich zu regenerieren. Durch gezielte Reize wird die Gewebeadaptation angestoßen – die Sehne baut wieder eine gesunde, belastbare Struktur auf. Deine Sehne braucht also nicht weniger Bewegung, sondern die richtige Belastung.
Das Erfolgsrezept: Isometrisch, konzentrisch, exzentrisch
Was hilft also wirklich, um den Arm wieder fit für das nächste Match an der Sentruper Höhe zu machen? Die Antwort liegt in einem wissenschaftlich gesteuerten Belastungstraining. Je nach Phase der Reizung nutzen wir in der Physiotherapie verschiedene Kontraktionsformen der Muskeln:
- Isometrisches Training: Statische Halteübungen, die wunderbar schmerzlindernd wirken.
- Konzentrisches & Exzentrisches Training: Dynamisches Beugen und kontrolliertes, gebremstes Nachgeben unter Last, um die Sehne strukturell wieder dicker und widerstandsfähiger zu machen.
Eine wegweisende Studie von Stasinopoulos & Stasinopoulos (2017) liefert hier extrem mutmachende Ergebnisse: Patienten mit einer lateralen Ellenbogentendinopathie verbesserten sich bereits innerhalb von nur 4 Wochen massiv hinsichtlich ihrer Schmerzen, ihrer Funktion und ihrer Griffkraft. Am besten schnitt dabei die Gruppe ab, die ein kombiniertes Programm aus exzentrisch-konzentrischem Training plus isometrischer Haltearbeit absolvierte. Und das Beste: Diese Erfolge waren auch vier Wochen nach dem Ende der Therapie noch voll nachweisbar.
Du musst das Problem also nicht monatelang aussitzen – mit dem richtigen Trainingsreiz verändert sich dein Ellenbogen in absehbarer Zeit!
Unser Ansatz bei Rehab Five in Münster
In unserer Praxis in Münster behandeln wir nicht einfach nur den Schmerz am Ellenbogen, sondern wir analysieren das Gesamtsystem dahinter.
- Wir testen genau, wie viel Kraft deine Unterarmstrecker aktuell tolerieren.
- Wir checken deine Griffkraft und schauen, welche Bewegungsabläufe in deinem Sport oder Alltag die Überlastung triggern.
- Gemeinsam bauen wir ein exakt dosiertes, progressives Training auf.
Wir verpassen dir keine Standard-Schonung, sondern geben deiner Sehne genau die Dosis an Reizen, die sie braucht, um sich optimal anzupassen. Unser Ziel ist es, dass du schnellstmöglich wieder schmerzfrei zugreifen, schwer tragen und ohne Hintergedanken auf den Speckbrettplatz oder zum Padel-Court zurückkehren kannst.
FazitEin Tennisarm ist extrem lästig, aber mit moderner, evidenzbasierter Physiotherapie hervorragend behandelbar. Vergiss wochenlanges Stillhalten. Durch ein clever gesteuertes Belastungstraining gewinnt deine Sehne ihre alte Stärke zurück.
Spürst du schon das Ziehen im Ellenbogen? Vereinbare einen Termin bei Rehab Five in Münster und lass uns gemeinsam an deiner Belastbarkeit arbeiten!
Autor: Aric Brämswig
B.Sc. in Physiotherapie
Wissenschaftliche Quellen:
- Stasinopoulos, D., & Stasinopoulos, I. (2017). Comparison of effects of eccentric training, eccentric-concentric training, and eccentric-concentric training combined with isometric contraction in the treatment of lateral elbow tendinopathy. Journal of Hand Therapy, 30(1), 13–19.
- Lenoir, H., Mares, O., & Carlier, Y. (2019). Management of lateral epicondylitis. Orthopaedics & Traumatology: Surgery & Research, 105(8S), S241–S246.